Bewegen: ja! Aber wie genau? Wie oft? Wie stark?

5.8.2020

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Bewegung ist gesund, sagt man. Warum nur gibt es denn so viele Leute, die sich viel bewegen, und trotzdem Schmerzen haben? Bewegen ist eben nicht nur bewegen. Ein intensiver Sport zum Beispiel kann die Spannung im Körper verstärken. Zu viel Dehnung hingegen kann auf Dauer Bänder und Gelenke schädigen. Anstatt Kraft und Flexibilität zu steigern, macht Überdehnung instabil und verletzungsanfällig. Es kommt also auf das Mass der Bewegung an, die Intensität und natürlich auch die Vielfalt. Peter Schwind ist Rolfer und Heilpraktiker. In seinem Buch “Faszien- Gewebe des Lebens” plädiert er für ein speziell entwickeltes Faszien-Training. Damit spricht er unter anderem gezielt auch ältere Menschen an.

“Wenn wir verstehen, was im Alter mit wirklich allen Faszien geschieht, wird uns einleuchten, weshalb ein Übungssystem für die Faszien so wichtig ist. Bewegung der Muskeln ist gut für den alten Menschen. Muskelstärkung alleine ist aber nicht genug. Und zwar deshalb, weil die Stärkung der Muskeln unter Umständen den Körper noch mehr unter Druck bringt. Die Kombination Muskelstärkung und Steigerung der Faszienelastizität kann uns da weiterhelfen.

In diesem Zusammenhang sollten wir nicht vergessen, dass es sehr wichtig ist, zu welcher Art Sport wir uns entscheiden. Wir wissen bereits, dass beim Fasziensystem wie beim Nervensystem alles mit allem zusammenhängt. Aber es gibt Unterschiede, wie sich eine gute Spannung und eine destruktive Spannung im Rücken manifestieren, und Sport verändert die Spannung im Körper.”

Peter Schwind: Faszien, Gewebe des Lebens. Irisiana Verlag, 2014, S. 44

Die Thymusdrüse & ein Dank an unser Immunsystem

26.7.2020

Die Thymusdrüse liegt hinter dem Brustbein. Sie ist ein zweilappiges Organ, bei Neugeborenen zum Beispiel ist jeder Lappen ca. 6 cm lang und 2 cm breit ist. Als Organ des lymphatischen Systems produziert die Thymusdrüse weisse Blutzellen für die Immunabwehr (T-Lymphozyten).

Bereits in unserer Kindheit und Jugend wird in der Thymusdrüse die Basis für eine gesunde Immunabwehr gelegt: Die T-Lymphozyten (T-Zellen) lernen hier, körpereigene von körperfremden Strukturen zu unterscheiden. Nur so können Sie später Eindringlinge angreifen und Krankheiten abwehren.

Schule der Körperpolizei

Die Thymusdrüse also ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Wegen seiner Funktion wird der Thymus auch “Schule der Körperpolizei” genannt. Die Abwehrzellen werden im Knochenmark gebildet. Nachdem Sie den Thymus erfolgreich durchlaufen haben, gelangen sie in den Blutkreislauf und nehmen dort ihre Arbeit auf.

Doch diese “Schule der Körperpolizei” ist nur eine Schule auf Zeit. Zwar nimmt die Thymusdrüse bereits vor der Geburt des Menschen ihre Arbeit auf. Sie wächst bis zur Pubertät und erreicht ein Maximalgewicht von 50 Gramm. Danach beginnt der Thymus sich stark zurückzubilden und sein Gewebe wird durch funktionsloses Fettgewebe ersetzt. Die Ausbildung der Immunabwehr-Zellen ist zu diesem Zeitpunkt so gut wie abgeschlossen. Das Lymphsystem und die Milz übernehmen dann die Aufgaben der Drüse.

Die Thymusdrüse klopfen – was bringt das?

Manche Menschen sprechen davon, dass durch Klopfen die Thymusdrüse wieder “aufwacht”. Ob dadurch ein Organ, was sich zurückgebildet hat, tatsächlich reaktiviert werden kann, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Klar ist auf jeden Fall, dass wir dem Thymus viel zu verdanken haben.

Wenn wir also mit den Fingerspitzen sanft auf unser Brustbein klopfen, bringen wir unser Thymus-Gewebe in Schwingung. Was das bringt? Probiere es aus! Übrigens: Schon die alten Griechen sahen einen Zusammenhang zwischen Thymusdrüse und Lebensenergie. Das griechische Wort “Thymos” heisst übersetzt Lebenskraft, Leben, Seele, Gemüt. Erinnern wir uns also an diese Drüse und bringen sie sanft in Schwingung.

Drei Monate Online-Yoga: kurze Bilanz

18.7.2020

Es gibt Vieles, das so in diesem Jahr nicht passiert wäre, hätte es nicht die Corona-Krise gegeben. Bestimmt hätte ich nicht während 5 1/2 Monaten von Zuhause aus gearbeitet. Online-Yoga hätte ich sicher auch nicht unterrichtet. Auch selber habe ich mich regelmässig in die Online-Stunden meiner Lehrer eingeloggt. Hier eine kurze Bilanz, was mir an dieser Unterrichtsform durch den Kopf ging:

Online-Yoga ist ein Mittel, um mit den Schüler*innen in Kontakt zu bleiben. Die Vorteile davon liegen auf der Hand:

  • Online-Yoga ist ortsunabhängig. Sowohl fürs Unterrichten als auch fürs Praktizieren spart es lange Wege. Einzige Voraussetzung sind 1-2 Quadratmeter auf dem Boden und eine funktionierende Internetverbindung.
  • Mangels klassischer Yoga-Hilfsmittel war für mich das Online-Yoga auch eine Möglichkeit, mit Alltagsgegenständen zu experimentieren. Warum nicht mal ein dickes Buch statt einen Klotz benutzen? Weichere und härtere Kissen oder eine leichte Decke finden sich in jedem Wohnzimmer. Auch eine Wand, ein Türrahmen oder ein Stuhl mit Lehne gibt es in jedem Zuhause. Als Yoga-Gurt geht auch ein fester Schal, eine Kordel oder ein Hosengurt. Als Lehrerin hat mich das Online-Yoga dazu inspiriert, Neues auszuprobieren und vielleicht auch in die Live-Praxis zurückfliessen zu lassen.
  • Auch technisch habe ich einiges dazu gelernt. So ist den Umgang mit Headset und Webcam mittlerweile selbstverständlich geworden. Man gewöhnt sich auch daran, ständig sein eigenes Bild zu sehen.

Gemerkt habe ich aber auch, dass nicht alle Übungen für Online-Yoga gleichermassen geeignet sind. Dinge, die eine Korrektur benötigen, eignen sich weniger. Die Korrektur übers Netz ist einfach zu umständlich und zu ungenau. Auch subtilere Dinge würde ich weniger online üben.

Echtes Yoga braucht den Kontakt zwischen den Praktizierenden und dem Lehrer. In dieser Beziehung liegt auch bei mir persönlich ein wichtiges Stück Motivation, um überhaupt weiter zu kommen. Als Lehrerin möchte ich Eure Gesichter und Körper sehen – nicht nur ein in die Höhe gestreckter Fuss, der in Briefmarkengrösse auf meinem Monitor zu sehen ist. Lieber als das Klick-Klick in meinem Headset ist mir, wenn ich Euren Atemfluss direkt wahrnehmen kann. Nur so kann ich seriös prüfen, ob die eingenommene Haltung für Euch stimmt.

Fazit: Online-Yoga ist für den gezielten Einsatz oder in speziellen Zeiten durchaus eine Alternative. Auf Dauer könnte es mich jedoch nicht halten.

Bewusst habe ich deshalb entschieden, nach den Sommerferien erst mal wieder ausschliesslich Live-Yoga anzubieten. Wenn nötig, werden wir die Klasse aufteilen.

Es sitzt im Nacken!?

11.7.2020

Ich sitze im Kino in einem spannenden Film. Erst nach einer Weile wird mir bewusst, dass ich eigentlich meine Schultern auch mal wieder entspannen könnte. Ich hatte sie, ohne es zu merken, die ganze Zeit hochgezogen. Schulter- und Nackenmuskeln reagieren sehr subtil. Oft sind sie ein Indiz für Stress und emotionale Anspannung.

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Viele Menschen sitzen jeden Tag stundenlang mit gesenktem Kopf am Arbeitsplatz. Für den Nacken und die Schultern eine Qual! Gerade bei Computerarbeit kommt es nicht selten vor, dass man jahrelang die Schulter des “Maus-Arms” hochgezogen hält und in krummer Haltung vor dem Bildschirm sitzt.

Und was tun wir in der Freizeit? Viele, gerade junge Leute, verbringen auch ihre Freizeit mit gesenktem Kopf vor dem Handy-Display. Unsere filigranen Halsmuskeln sind dafür aber nicht gemacht. Das Halten des Kopfes in dieser Position ist für sie Schwerstarbeit: Bei einem Winkel von 60 Grad muss der Kopf bis zu 30 Kilogramm Gewicht aushalten.

Sprechen wir vom “Smartphone-Nacken”, meinen wir genau die daraus resultierende dauerhafte Verspannung. Aus dieser Fehlhaltung wird eine chronische Fehlbelastung. Später drücken die verkürzten, verpannten Nackenmusekln auch noch auf die Nerven. Der Nacken schmerzt und oft beginnt eine jahrelange Schmerzgeschichte. Die Durchblutung und Ernährung dieser verhärteten Muskeln ist stark erschwert. Ein Teufelskreis entsteht, wenn wir nicht an unserer Körperhaltung arbeiten und nicht durch Übungen gezielt gegensteuern.

1,5 Meter..

20.6.2020

.. empfielt der Bund als neue Abstandsregel seit dem 19.06.2020. So kann auch der Platzbedarf pro Person in den Yogastudios verringert werden. Der Schweizer Yogaverband empfiehlt 4 m2 pro Person (anstatt bisher 6 m2). Zur Erinnerung: Unser Yogasaal hat 165 m2. Rechne. Nun sind wir der «neuen Normalität» wieder ein grosses Stück näher und vieles liegt jetzt wieder in unserer eigenen Verantwortung.

Die Hüften – Dein Tor zur Freiheit?

18.6.2020

50 Millionen Schritte macht der Mensch in seinem Leben, ungezählte Male beugen, bücken, setzen, strecken oder drehen wir uns. Jedes Mal rotiert die Kugel in der Pfanne des Hüftgelenks. Nach dem Kniegelenk ist die Hüfte das zweitgrösste Gelenk des menschlichen Körpers.

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:H%C3%BCftgelenk_gesund.png

Das Knorpelgewebe schützt uns vor den Schmerzen, die wir spüren, wenn sich Knochen an Knochen reibt. Ist diese Gleitschicht lückenhaft oder gar aufgebraucht, drohen die Qualen der Hüftarthrose – mit Ausstrahlung in die Leiste, das Gesäss, den Oberschenkel oder bis ins Knie.

Während die klassische Medizin auf Schmerzmittel zurückgreift, arbeitet die Yoga-Therapie mit gezielten Übungen daran, die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten. Verspannte und verkürzte Hüft- und Beinmuskeln werden gelöst und gedehnt. Das Hüftgelenk, oft vom vielen Sitzen unbeweglich geworden, soll wieder lernen, sich flüssig in alle Richtungen zu bewegen. Die hüftumgebende Muskulatur sowie der untere Rücken wird gestärkt und die Beinachse vom Sprunggelenk bis zu Hüftgelenk exakt ausgerichtet. Eine bewegliche Hüfte kann in gewissen Fällen sogar eine Operation überflüssig machen. Roland Liebscher Bracht erklärt anschaulich wieso:

Deine Hüfte – DAS hat dir noch NIEMAND verraten! (Hüft-OP Unnötig?!)
Video von Liebscher & Bracht l Die Schmerzspezialisten

So gut, so einfach? Die Hüften – und nebenbei bemerkt auch die Schultern – werden im Yoga als „Tore zur Freiheit“ bezeichnet. Asanas für offene Hüften entlasten immer auch die Muskulatur in den Gelenken, die sich mit der Hüfte verspannen. Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und kann dreidimensional bewegt werden. Bevor wir in die Dehnung gehen, versuchen wir den Kopf des Oberschenkels, genannt Femurkopf, im Becken zu zentrieren, um die Hüfte während der Hüftöffnung oder der Oberschenkeldehnung in der Pfanne zu halten. Du kannst es kontrollieren, indem deine Leisten möglichst weich und „hohl“ bleiben.

Yogastunde verpasst?

7.6.2020

Am letzten Donnerstag machte uns die Technik einen Strich durch die Rechnung. Für alle, die die Stunde zuhause nachholen möchten, steht sie auf Anfrage zur Verfügung.

Ich bin jetzt auch “Corona-Beauftragte”

6.6.2020

Die drei Yogaverbände der Schweiz haben beim Bundesamt für Sport eine Stellungnahme eingereicht. Es freut uns, dass sie damit eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Yogaunterricht erreichten! Vor allem ging es um die «Flächenregel», die mit 10 m2 pro Person für den Yogaunterricht nicht nötig ist. Im überarbeiteten Schutzkonzept heisst es neu:

«In der Yogalektion ist der Körperkontakt für Korrekturen wieder zulässig. Pro Person müssen in der Regel ca. 6 m2 Fläche zur Verfügung stehen (also z.B. ein Rechteck von ca. 2 Meter mal 3 Meter; falls Yogamatten nahe bei der Wand aufgestellt werden, kann diese Fläche entsprechend kleiner sein).»

Nach dem neuen Schutzkonzept muss in jedem Yogastudio ein/e Corona-Beauftragte/r bestimmt und im Schutzkonzept eingetragen werden. Ab dem 6. Juni bin ich jetzt also auch “Corona-Beauftragte”.

Lockerungen!

27.5.2020

Wie schön: Der Bundesrat hat weitere Lockerungen angekündigt. Ab dem 30. Mai sind Versammlungen von bis zu 30 Personen im öffentlichen Raum erlaubt (bisher 5), ab dem 6. Juni dürfen sich bis zu 300 Personen versammeln. Und – wichtig für uns – der Yogabetrieb ist mit 10 Quadratmetern pro Person wieder problemlos möglich!

Wie geht es weiter mit dem Yoga?

9.5.2020

Steinerschule Plattenstrasse
Foto: https://www.immorss.ch/

Es soll ja tatsächlich Leute geben, die den Englertsaal vermissen :-)!

Und ich muss sagen, auch ich freue mich darauf, Euch eines Tages wieder “richtig” sehen zu dürfen. Damit dies wenigstens für einige von Euch bald wieder möglich wird, habe ich in Absprache mit der Steinerschule ein Schutzkonzept erstellt. Dieses gilt wohl für eine Übergangszeit, denn ab dem 8.6. könnten bereits wieder neue Regeln von Bund gelten.

Klar ist, dass weiterhin unsere Gesundheit, aber auch die unserer Mitmenschen, im Vordergrund steht. Es versteht sich darum von selbst, dass, wer krank oder erkältet ist, zu Hause bleibt. Die Empfehlungen des BAG für Risikogruppen gelten vor allem für Leute mit bestehenden Vorerkrankungen. Yoga lehrt uns recht klar, für uns selber zu schauen, gesund und in Harmonie mit der Umwelt zu leben. In diesem Sinne möchte ich Euch ermuntern, das Vertrauen in unsere Selbstheilungskräfte nicht zu verliren. Nehmen wir das Heft, was unsere Gesundheit und unser Leben betrifft, doch wieder etwas mehr in die eigenen Hände!

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